Donnerstag, 17. Oktober 2013

It's official..

..ich werde nach Weihnachten Zuhause bleiben.

Meine Hostmum ist heute auf mich zugekommen und hat mich gefragt ob ich nach Hause möchte, sie sieht, dass es mir nicht gut geht und möchte etwas dagegen tun, damit ich wieder glücklich werde. Ich habe dann irgendwie versucht ihr zu erklären wie ich mich fühle. Zum Beispiel hatte ich gestern einen wirklich guten Tag, was den heutigen einfach noch schlimmer gemacht hat. Dadurch, dass ich mich gestern gut gefühlt habe, hat sich meine mittlerweile normale Stimmung schlimmer angefühlt als vorher, deswegen war ich auch heute sehr niedergeschlagen. Wir haben noch sehr lange geredet und sie hat nochmal betont, dass sie mir absolut keine Vorwürfe macht, weil es einfach etwas ist was man vorher nicht wissen kann, dass wir auf jeden Fall in Kontakt bleiben und dass sie mich mit den Kindern im Sommer besuchen kommt, was mich auch sehr gefreut hat, denn auch wenn ich hier nicht wirklich glücklich bin liegt es letztendlich nicht an ihnen und sie sind jetzt schon wie ein Teil meiner Familie für mich geworden und ich weiß ganz genau, dass ich sie alle sehr vermissen werde.
Jetzt fühle ich mich dann doch irgendwie erleichtert und weiß auch, dass ich die nächsten 2 Monate viel mehr genießen kann und hoffentlich auch werde! Es gibt immer noch so viel zu sehen und da mir jetzt quasi "nur" noch 2 Monate bleiben, werde ich alles dafür geben so viel wie möglich von New York aber auch von dem Rest der USA zu sehen. Da ich am Samstag arbeiten muss, hat meine Hostmum mir vorgeschlagen, dass ich mit den Kindern ins "Museum of Natural History" gehen kann, was man zb. aus dem Film "Nachts im Museum" kennt, worauf ich mich auch echt freue, da wollte ich nämlich die ganze Zeit schon hin. Außerdem werde ich demnächst mal mit der Staten Island Ferry fahren und mir die Freiheitsstatue genauer ansehen und mit Hanna vllt noch mal zum Top of the Rock. Ich werde auch noch Emilie in Washington DC und Lola in Raleigh (North Carolina) besuchen und dann mal sehen was ich mir sonst noch so angucken kann, evtl fahre ich noch an einem Wochenende mit Hanna nach Boston.
Wovor ich ein wenig Angst hatte was diese Entscheidung angeht, war was andere Leute über mich denken würden bzw werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mich jetzt einige für schwach, unzuverlässig oder auch unreif halten werden und ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich eine gewisse Zeit darum gesorgt habe. Deshalb möchte ich diese Leute jetzt direkt ansprechen:

Ich habe mich alleine an einen Ort begeben, der über 6000 km von meinem Zuhause entfernt liegt und meine Familie, meine Freunde, meinen Freund und meine "Wohlfühl-Zone" verlassen, obwohl ich erst 19 Jahre alt bin, habe ich etwas getan, was sich andere Leute ihr Leben lang nicht trauen. Ich habe eine Verantwortung übernommen und halte jetzt schon über 5 Wochen mit sehr starkem Heimweh aus, werde noch weitere 2 Monate aushalten (müssen) und war dann insgesamt 4 Monate lang in einem fremden Land, in dem ich niemanden kannte und in dem ich mir ein komplett neues Leben aufbauen musste. UND ich habe mich getraut meinen Mund aufzumachen und zu sagen, dass ich nach Hause möchte, was sich sicher nicht viele Leute trauen. Auch können nicht viele Leute von sich behaupten, dass sie es überhaupt versucht hätten und letztendlich weiß niemand so richtig wie ich mich fühle, ausgenommen die Leute die in der gleichen Situation waren, oder sind, wie ich. Wer jetzt immer noch meint über mich urteilen zu wollen tut mir einfach nur Leid - und interessiert mich auch herzlich wenig. Ich weiß, dass die Leute die ich liebe, die Leute die zählen, hinter mir stehen - und das ist alles was wichtig ist. Auf nichts anderes kommt es an. 1. dass man selbst hinter seinen Entscheidungen stehen kann, was ich tue, und 2. dass man nicht alleine steht.

Nun ja, jetzt zähle ich die Tage bis Weihnachten, versuche aber mich nicht zu sehr darauf zu konzentrieren, weil ich die letzte Zeit hier doch noch genießen möchte, denn letztendlich möchte ich meine Zeit hier in guter Erinnerung behalten und mich nicht nur schlecht fühlen wenn ich später einmal zurück blicke.


Liebe Grüße,
Jenny

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