Ich bin gerade SO übertrieben genervt, ich weiß mittlerweile echt nicht mehr was ich machen soll. Die Kinder essen absolut NICHTS was ich koche. Kochen hat mir früher so Spaß gemacht, ich hab es geliebt zu kochen und mittlerweile hasse ich es, alles ist "bäh" und "eklig", ich kann einfach nicht mehr, das belastet mich auch psychisch total. Ich kann echt machen was ich will, sogar das Lieblingsgericht von M., das wirklich nur ein ganz kleines bisschen anders geschmeckt hat, Butternut Squash Suppe, aber die essen das einfach aus Prinzip nicht, die wollen es nicht mal probieren und ich hab mittlerweile einfach auch keinen Bock mehr auf die ganze Scheiße. Meine Gastmutter droht zwar immer mit dem Entzug von Nachtisch und TV aber im Endeffekt macht sie doch nichts, sie lässt sich echt alles von den Kindern gefallen. Die hätten es eigentlich verdient mal ohne Essen ins Bett zu gehen und eine Woche lang kein TV zu bekommen, das geht so einfach nicht weiter. Aber das ist hier ja anscheinend normal in Scheiß-Amerika, die ganzen Kinder hier sind total verzogen, haben keine Manieren, sind Respektlos und diese Liste könnte ich immer weiter schreiben. Falls ich jemals Kinder haben sollte werde ich die mit Sicherheit nicht so mit mir umspringen lassen, ich finde sowieso das viele Kinder einfach viel zu viel in den Arsch gestopft bekommen, wenn man so klein ist braucht man nicht jeden Tag 1-2 Stunden TV zu gucken und man braucht auch in der Grundschule noch kein Handy, vor allem keins mit Touchscreen, und man braucht auch nicht jedes Spielzeug aus der Werbung wenn man eh schon das ganze Zimmer voll hat. Echt, wenn ich darüber nachdenke wie wenig andere Menschen haben und dann den Mist hier sehe kriege ich zu viel! Das ganze Essen, was die Kinder nicht wollen, vergammelt hier, während wo anders Menschen am verhungern sind und die checken das einfach nicht, egal wie oft ich versuche das zu erklären. Klar, ich esse auch nicht alles und ich gönne mir auch mal ab und zu was, was ich nicht brauche, aber ich weiß es wenigstens zu schätzen und ich lasse es nicht einfach so vergammeln. Diese ganze "Kultur" hier geht mir so auf die Nerven, ich finde gerade einfach alles nur scheiße hier.
So. Jetzt habe ich alles aufgeschrieben und kann mich "positiveren" Dingen widmen. Zum Beispiel war ich heute auf der Brooklynbridge, leider viel zu warm angezogen, als ich los bin wars noch kalt und dann war ich da und es war mega warm.. naja, und ich fand es eigentlich ganz schön, aber es war irgendwie nicht so was besonderes, ich hatte jetzt nicht so nen "WOW"-Moment. Ich bin dann über die Brücke gelaufen, hab ein paar Fotos gemacht und bin dann irgendwie sogar noch hoch bis Tribeca gelaufen und dann zurück nach Hause gefahren. Auf dem Rückweg bin ich bei Barnes&Noble vorbei und hab mir zum einen "The Boy in the Striped Pajamas" geholt, weil ich endlich mal wieder was lesen wollte, und zum anderen ein Sudoku-Buch, weil ich echt merke, dass ich hier nicht sonderlich viel mache um mein Hirn mal ein wenig anzustrengen und dann dachte ich mir, dass es vllt helfen könnte meine grauen Zellen mal wieder zu aktivieren.
Ansonsten war halt heute noch das Suppen-Dilemma wo ich das Kind echt hätte klatschen können. Ich hab mich dann nach dem Essen auch erst mal nach Draußen verzogen, weil ich etwas frische Luft und Zeit für mich gebraucht habe.
Allgemein habe ich das Gefühl, dass sich meine Hostmum in letzter Zeit nicht mehr so wirklich für mich interessiert. Sie fragt mich zwar immer wie es mir geht, lässt dann aber unsere "Verabredungen" einfach platzen bzw. vergisst mich einfach. Auch ist sie seit ich in meinem Zimmer bin nicht einmal reingekommen um zu gucken ob alles okay ist oder so. Naja, muss sie selber wissen, ich hab mittlerweile auch keine Lust mehr darauf. Klar, ich könnte einfach zu ihr hingehen und was sagen, aber was soll ich schon sagen, ich bin ja theoretisch "nur" das Au Pair. Wenn ich jetzt sage "Hey, ich bin quasi auch noch ein Kind, ich brauch ein bisschen Aufmerksamkeit" wäre das auch irgendwie unangebracht.
Aber das fehlt mir einfach, meine Eltern, die mir Aufmerksamtkeit schenken, sich um mich kümmern wenn es mir schlecht geht und mich in den Arm nehmen. Allgemein einfach Nähe, ich vermisse auch meinen Freund so sehr, ich will einfach mal wieder in den Arm genommen werden..
Wie man jetzt merkt hat sich noch nichts geändert. Ich glaube es sind jetzt so ca. 5 Wochen wo ich mich eigentlich konstant schlecht fühle und ich merke, dass ich nicht mehr ich selbst bin, ich bin einfach total unglücklich hier, und ich glaube auch ehrlich gesagt nicht, dass sich an der ganzen Situation noch viel ändern wird. Und um ehrlich zu sein nervt es mich total, dass mir immer alle Leute sagen ich muss mich nur ablenken. Das ist so eine gequirlte Scheiße. Natürlich hilft das für ein paar Stunden, aber am Ende vom Tag liegt man trotzdem alleine im Bett, fühlt sich schlecht und fragt sich was man hier überhaupt macht. Ich habe es mit Ablenkung versucht, wirklich, und ich kann ganz ehrlich sagen, dass das NICHT hilft. Zumindest mir nicht. Ich persönlich glaube auch, dass es einfach auch an dem Grund liegt warum man Heimweh hat. Wenn es einfach ein paar Dinge sind, die einen stören, nicht aber das ganze Au Pair Program an sich, dann hilft es natürlich sich abzulenken, weil man ja theoretisch glücklich ist hier zu sein und man an den Dingen die einen stören was machen kann. Wenn es aber wie bei mir ist, dass die ganze Sache einfach nichts für einen ist und dass man wirklich unglücklich hier ist, bringt es einfach absolut nichts sich abzulenken. Wie schon gesagt, vielleicht für ein paar Stunden, aber im Endeffekt hilft es einem nicht. Man muss schon an sich glücklich sein, dass man bei dem Program mitmacht und hier ist und sich sicher sein, dass man das auch wirklich will.
Ich kann jedenfalls jetzt für mich sagen, dass zum einen das ganze Au Pair Program einfach nichts für mich ist und zum anderen, dass Amerika, zumindest Nordamerika und so wie ich es zur Zeit erlebe, auch nichts für mich ist.
Das wars dann auch schon wieder für heute, tut mir Leid, dass der Post so negativ ist, aber ich muss echt mal meinen ganzen Frust rauslassen.
Jenny
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